Die höchste Douglasie Deutschlands

wächst im Schwarzwald

Die Geschichte der Douglasie

Über die Douglasie gibt es viel zu erzählen. Fangen wir in der Chronik ganz hinten an:


Heimisch in Europa vor der Eiszeit

Die Gattung der Douglasien wuchs vor der letzten Eiszeit in Mitteleuropa. Durch prähistorische Funde und Pollenanalysen lassen sich Vorkommen der Gattung »Pseudotsuga« vor 750.000 Jahren in Europa nachweisen, allerdings nicht die Art »Pseudotsuga menziesii«. Diese wird seit über 100 Jahren in Mitteleuropa systematisch und mit Erfolg in der Forstwirtschaft nachhaltig genutzt.

(Wieder-)Einführung nach Europa im 18. Jahrhundert

1792 wurde die (Grüne) Douglasie vom schottischen Schiffsarzt und Botaniker »Archibald Menzies« an der Westküste Vancouver Islands entdeckt . Die Entdeckung der auch »Küstendouglasie« genannten Unterart erfolgte bei Kartierungsarbeiten der britischen Marine. Die Inlandsvorkommen der Douglasie, die ebenfalls Unterarten repräsentieren, waren seinerzeit ebenso unbekannt, wie die aus naturwissenschaftlicher Sicht interessanten, natürlichen Mischvorkommen dieser Unterarten.

1795 kamen mit der Rückkehr nach England erstmals getrocknete Pflanzenteile - aber noch kein Saatgut - von Douglasie nach Europa. Die nach England gebrachten Zweige wurden vom britischen Botaniker Lambert im Jahre 1803 erstmals systematisch beschrieben. Hermann (1981) berichtet von weiteren Beschreibungen der Baumart, was im Laufe von zwei Jahrhunderten zu verschiedenen Namen der Grünen Douglasie sowie ihrer Abgrenzung zu weiteren Unterarten (Graue bzw. Blaue Douglasie) geführt hat.

Neben der systematischen Einordnung beschäftigt die regionale Abgrenzung von Grüner, Grauer und Blauer Douglasie in ihrem Ursprungsgebiet Naturwissenschaftler bis in die heutige Zeit (Frothingham 1909; Schenck 1939; Zavarin & Snajberk 1973, 1975; Hermann 1981; Li 1986; Klumpp 1999).


Schottischer Naturforscher David Douglas war Namensgeber

Der deutsche Name »Douglasie« leitet sich vom schottischen Naturforscher »David Douglas« ab, der im Jahr 1828 die ersten Samen nach Schottland und England sandte. Andere auf diesem Gebiet namhafte Autoren (u.a. Konnert et al. 2008) datieren die Ankunft der ersten Douglasie-Samen in Europa auf das Jahr 1827. Allgemein besteht jedoch wenig Klarheit über die genauen Einsammlungsorte der ältesten Lieferungen von Douglasie-Samen nach Europa.

Zum Ursprung der ersten Samenlieferung von Douglas verweist Isaac (1964) auf die Tagebucheinträge von Douglas und das Archiv der Hudson's Bay Company, welche auf eine »wahrscheinlich in den Ebenen außerhalb von Vancouver (Washington)« durchgeführte Samenernte hindeuten. Anmerkung: Es handelt sich hierbei um die amerikanische, am Columbia River gegenüber von Portland gelegene Stadt im Bundesstaat Washington, die nicht mit dem kanadischen Vancouver (British Columbia) verwechselt werden darf.

Späteren Arbeiten von John Cornelius Booth (1882, 1903) geht eine Ankunft in Europa im Jahre 1827 hervor. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass sich die Douglasie möglicherweise erst nach Abschluss der zweiten Expedition im Jahr 1829 in Europa erfolgreich etablieren ließ.

Damit scheint die exakte Jahresangabe zum ersten Eintreffen von Douglasie-Samen in Europa zwar strittig zu sein. Gesichert ist aber, dass um 1830 Samen von in Nordamerika beheimateter Douglasien nach Europa gelangten. Seitdem wurden sie regional mit sehr unterschiedlichem Schwerpunkt und Erfolg zunächst in Forstgärten (Arboreten) und später auch im Wald angepflanzt.

Erste Douglasien in Deutschland

1831 erreichten Deutschland die ersten Douglasienpflanzen. In diesem Zusammenhang erwähnenswert sind die Aktivitäten der Baumschule John (Richmond) Booth & Söhne in Flottbek bei Hamburg. Durch familiäre Beziehungen nach Schottland erhielten sie Douglasie-Samen aus den ersten Anlandungen.Ab Mitte des 19. Jahrhunderts lieferte die Baumschule vorwiegend Douglasie-Samen für den Anbau im ehemals preußischen Hoheitsgebiet (Schwappach 1901), welches räumlich vom heutigen Rheinland-Pfalz bis ins heutige Polen reichte, sowie für badische Anpflanzungen (Wimmer 1909).

Die Douglasien Jungpflanzen wurden seinerzeit kulturflächennah in Pflanzgärten oder Wanderkämpen der Forstreviere angezogen (u.a. Pretzsch & Spellmann 1994). Diese Vorgehensweise war damals ortsüblich und hatte sich angesichts großer Transportentfernungen, beschränkter Frachtkapazitäten und kaum kalkulierbarer Lieferzeiten gegenüber einer in der heutigen Zeit üblichen zentralen Baumschulanzucht und termingerechten Forstpflanzenversand bewährt. Relikte der damaligen Anpflanzungen bilden noch heute den Grundbestand der ältesten Douglasien Vorkommen Deutschlands.

Im Gegensatz zur Fichte, die beispielsweise in Hunsrück und Eifel »Preußenbaum« genannt wurde, ist eine vergleichbare, lokal eingeführte Bezeichnung für Douglasie in der gesichteten Literatur nicht zu finden. Allerdings wurde die Baumart vielfach und nicht nur von Laien regional »Douglastanne, Douglasfichte oder Douglaskiefer« genannt, obwohl die Douglasie keine Tannen-, Fichten- und Kiefernart ist.
Ursache hierfür ist möglicherweise die synonyme Namensgebung in älterer Literatur (z. B. Booth 1877, Holland 1919), die bei vereinfachter Sichtweise eine erkennbare systematische Verwandtschaft zu den heimischen Koniferen unterstreicht oder sich regionaltypisch auf den englischen Namenszusatz »fir [= Tanne, »Nadelbaum«]« bezieht.

Douglasie im Schwarzwald

Im Schwarzwald befinden sich große Vorkommen von alten Douglasie-Bäumen. Ruthard Männle, der Gründer von pur natur beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit der Douglasie und kennt die besten Bestände nicht nur im Schwarzwald, sondern in weiten Teilen Deutschlands.

 

Vorteile der Douglasie

  • Die Douglasie wächst im richtigen Bestand äußerst geradlinig und kann sehr starke Durchmesser annehmen. Die Douglasie ist damit ideal geeignet für die Herstellung von langen und breiten Douglasie Massivholzdielen
  • Aufgrund ihrer natürlichen Resistenz gegenüber Insekten und Pilzen sind Douglasie Terrassendielen ideal geeignet als Outdoor-Holz für Holzterrassen und Außenverkleidungen.
  • Aus sehr guten Douglasie-Stämmen lassen sich Furniere zur Möbelherstellung schneiden oder Sägefurniere bzw. Decklagen für hochwertige 3-Schicht-Dielen (auch Parkettdielen genannt) fertigen.
  • Weil Douglasien als besonders widerstandsfähig gegen Sturm und Trockenheit gelten, werden sie von Waldbesitzern als wichtige Einkommensquelle geschätzt.

Steckbrief Douglasie

wissenschaftlicher Name Pseudotsuga menziesii
deutscher Name Douglasie
landläufige Bezeichnungen
(wissenschaftlich nicht korrekt) 
Douglastanne
Douglasfichte
Douglaskiefer
Familie Kieferngewächse 
(Pinaceae)
Gattung Pseudotsuga
Art menziesii
Herkunft Nordamerika
Wuchshöhe bis zu 65m - höchste Douglasie in Deutschland mit über 63m steht in Freiburg im Schwarzwald.
Frosthärte –16°C bis –24°C
Holzwert 1,2,3
Geschlecht eingeschlechtlich
Häusigkeit einhäusig
Bestäubung Fremdbestäubung
Windbestäubung
Blattanordnung einzeln
Blattaufbau und -/form nadelförmig, dreieckig
Blattrand glattrandig
1-nadelig
Gestalt Krone in der Jugend schmal kegelförmig (ähnlich Fichte), im Alter vielgestaltig und eher unregelmäßig, oft abgeflacht oder abgerundet, maximale Höhe und maximaler BHD je nach Varietät, bei der Grünen Douglasie (Pseudotsuga menziesii var. menziesii) Höhe bis 80m (max. 100m) und BHD bis 220cm (max. 490cm), bei der Blauen Douglasie (Pseudotsuga menziesii var.glauca) geringer.
Rinde Zunächst dünn und silbergrau, mit zahlreichen Harzblasen; Schuppenborke korkreich, längsgefurcht, grau- bis rotbraun, im Alter sehr dick.
Nadeln 1,5 bis 4cm lang, flach, Unterseite mit zwei silbergrauen Stomatastreifen; riechen zerrieben angenehm fruchtig nach Orange; Nadelbasis ein kurzes, schräg von der Sprossachse abstehendes Stielchen; Stellung mehr oder weniger gescheitelt
Zapfen 4 bis 11cm lang, braun, gestielt; dreispitzige Deckschuppen sichtbar, je nach Varietät anliegend (Küsten- oder Grüne Douglasie = Pseudotsuga menziesii var. menziesii) oder abstehend (Inland- oder Blaue Douglasie = Pseudotsuga menziesii var. glauca)

Quellenangaben

Die auf dieser Seite zusammengetragenen Informationen basieren auf folgenden Quellen:

  • Johann Heinrich von Thünen-Institut 2011. Zum Douglasien-Anbau in Deutschland, Sonderheft Ausgabe 344, Braunschweig.
  • Aas, G. 2008. Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) in Nordamerika. Verbreitung, Variabilität und Ökologie. In: Schmidt, O. (verantw.). Die Douglasie - Perspektiven im Klimawandel. LWF Wissen 59. Berichte aus der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, 7-11
  • CMA 1998. Informationsdienst Holz 5. Douglasie. Holzabsatzfonds (Hrsg.), Bonn
  • Hermann, R. K. 1981. Die Gattung Pseudotsuga - Ein Abriß ihrer Systematik, Geschichte und heutigen Verbreitung. Forstarchiv 52 (6), 204-212
  • Isaac, L. A. 1964. Waldbau und Ökologie der Douglasie (nach einem Vortrag gehalten 1959 an der Forstschule der Universität des Staates Oregon in Corvallis). In: Eisele, K. (Hrsg.). Die Douglasie. Festschrift zum 175-jährigen Firmenjubiläum. Selbstverlag Conrad Appel, Darmstadt, 7-14
  • Pretzsch, H.; Spellmann, H. 1994. Leistung und Struktur des Douglasien-Durchforstungsversuchs Lonau 135. Waldwachstumskundliche Ergebnisse nach fast 90jähriger Beobachtung. Forst und Holz 49 (3), 64-69
  • Spellmann, H.; Nagel, J. 1989. Zum Einfluß von Ausgangspflanzenzahl und Pflanzverband und die Jugendentwicklung von Douglasienbeständen. Forst und Holz 44 (17), 455-459
  • Wimmer, E. 1909. Anbauversuche mit fremdländischen Holzarten in den Waldungen des Großherzogtums Baden. Verlagsbuchhandlung Paul Parey, Berlin, 1-86
  • Portal Baumkunde, http://www.baumkunde.de/Pseudotsuga_menziesii/
  • Fachwissen von Ruthard Männle, Holztechniker (HTR) und Spezialist für Douglasie in Deutschland.