Brandverhalten Holz: Ist Holz immer brennbar oder gibt es Ausnahmen?

Das Brandverhalten von Holz ist ein interessantes Thema, weil es äußerst vielschichtig ist. Beginnend bei den Eigenschaften jedes einzelnen Holzes und sich fortsetzend über die Brennbarkeit der einzelnen Bauteile in Produkten aus Holz, lässt sich letzten Endes das Brandverhalten einer gesamten Holzkonstruktion bestimmen. Wir erläutern Ihnen in diesem Blogbeitrag das Brandverhalten von Holz am Beispiel unserer Massivholzdielen von pur natur.

Welche Brandschutz-technischen Eigenschaften hat Holz als Baustoff?

Die Brennbarkeitsklasse, die Rauchentwicklung und das Abtropfverhalten spielen bei Bewertungen des Baustoffes Holz im Hinblick auf den Brandschutz eine zentrale Rolle. Falls das Brandverhalten von größeren Holzbauten eingeschätzt wird, fließen weitere Kriterien in die Bewertung ein. Hier dienen zudem Tragfähigkeit, Raumabschluss, Wärmedämmung und Brandschutzfunktion zur Gesamtbewertung.

Glücklicherweise ist die Ausstattung Ihrer vier Wände, Ihres Balkons oder Ihrer Terrasse mit neuen Massivholzdielen ein weniger umfassendes Unterfangen, weswegen es ausreicht, wenn wir im Folgenden lediglich die Brennbarkeitsklasse, die Rauchentwicklung und das Abtropfverhalten bewerten.

Gemäß der nationalen deutschen und der europäischen DIN-Norm bekommt Holz im Hinblick aufs Brandverhalten eine vorteilhafte Einstufung. Bei unseren sorgfältig ausgewählten Hölzern für Dielenböden im Innenbereich und den Holzdielen für Terrassen fällt die Bewertung des Brandschutzes besonders positiv aus.

Brennbarkeits- und Brandklasse im Check

  • Alle brennbaren Stoffe werden anhand von Brennbarkeitsklassen/Brandklassen unterteilt. Hierbei gibt es Kategorisierungen anhand der nationalen Norm Deutschlands sowie der europäischen Norm.
  • In der nationalen Einstufung wird gemäß DIN 4102-1 in Stoffe unterteilt, die nicht brennbar (Klassifizierung A1 oder A2) oder brennbar (B1, B2 oder B3) sind.
  • Bei der europäischen Norm nach DIN EN 13501-1 findet eine Einteilung in fünf Klassen von A bis F statt; die Klasse E wurde abgeschafft, weswegen es fünf statt sechs Klassen gibt.

In der nationalen Norm (DIN 4102-1) gilt Holz entweder als normalentflammbar (B2) oder als schwerentflammbar (B1). Schwer brennbares Holz der Klasse B1 ist beispielsweise unser Dielenholz aus der Douglasie und Eiche, da es sich um Vollholz bzw. Echtholz eignet. Holz-Kunststoff-Gemische bei Bodenbelägen wie z. B. das WPC sind der Brandklasse B2 zugeordnet und weisen eine geringere Brandsicherheit als unser Bodenbelag auf. Unser Streben nach einer hohen Qualität, Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und Robustheit wirkt sich auf das gewählte Material aus, weswegen Sie bei pur natur also von einem hohen Brandschutz profitieren.

Bei der europäischen Norm (DIN EN 13501-1) stellt sich die Sachlage ähnlich dar: Holz gehört in der Klassifizierung der Brandklassen in die erste der fünf von A bis F (; Anm.). Stoffe aus der Klasse A verbrennen unter Bildung einer Glut. Was diese Stoffe gemäß Brandklasse A zu den sichereren Stoffen macht, ist einerseits der Brennvorgang ohne Flammenbildung. Andererseits sind diese Stoffe im Vergleich zu denen aus den Klassen B, C, D und F leichter zu löschen. So kann im Brandfall zur Löschung Wasser zum Einsatz kommen, was bei vielen anderen (Bau-)Stoffen nicht möglich ist oder den Brand sogar verschlimmern würde.

Rauchentwicklungsklasse 2 durch sehr geringe Rauchbildung

Im Brandfall ist eine starke Rauchentwicklung ein hohes Sicherheitsrisiko. Durch das Einatmen von Rauch kann es zügig zu Vergiftungen und damit einhergehender Lebensgefahr kommen. Holz weist laut den drei Rauchentwicklungsklassen eine begrenzte Rauchentwicklung auf. In Anbetracht der Tatsache, dass Holz durch die Bildung einer Schutzschicht im Brennvorgang einen hohen Feuerwiderstand aufweist, ist die Einteilung in die zweite Rauchentwicklungsklasse (s2) souverän. Innerhalb dieser Klasse lässt sich der Baustoff Holz an der Grenze zur ersten Rauchentwicklungsklasse (s1) einordnen.

Kein Abtropfen und kein Abfallen im Brandverhalten

Im Gegensatz zu Metallen tropft Holz beim Brand nicht ab. Dies sorgt dafür, dass sich der Brand schlechter ausweiten kann. Zudem fallen selten bis gar nicht Holzstücke ab. Dies wirkt ebenfalls einer Ausbreitung des Brandes entgegen. Folglich erfolgt die Einteilung in die Klasse d0, was die beste Klassifizierung hinsichtlich des Abtropfverhaltens ist.

Fazit und Ausblick: Vorteilhafte Eigenschaften im Brandschutz - Ist Holz nicht brennbar?

Das Brandverhalten von Holz ist im Hinblick auf die deutsche und europäische Norm derart günstig, dass es alles in allem die Wahrscheinlichkeit für einen Brandfall äußerst gering hält. Ab einer gewissen Menge an Holzkonstruktionen innerhalb eines Gebäudes (z. B. nur ein Dielenboden oder eine Wandverkleidung aus Holz) darf davon ausgegangen werden, dass ein Brand schneller erstickt.

In der europäischen Norm, die Brennbarkeit, Rauchentwicklung und Abtropfverhalten zusammenfasst, erhält Holz die Gesamtkategorisierung D-s2 d0, womit es bei geringer Rauchentwicklung und keinem oder kaum Abfallen einen hinnehmbaren Beitrag zum Brand leistet. Es ist daher durchaus möglich, dass Holz in einzelnen Fällen nicht brennen wird.

Speziell bei geringfügigen Ursachen für Brände wird der hohe Feuerwiderstand der Entstehung eines ernsteren Brandes entgegenwirken: Die sich bildende Holzkohleschicht dient als Schutzschicht mit der Eigenschaft einer geringen Wärmeleitfähigkeit und sorgt für den erwähnten Feuerwiderstand. Unser schwer brennbares Holz der Douglasie und der Eiche erfüllt die Brandschutzvorschriften noch besser und verlängert die Feuerwiderstandsdauer nochmals.

FAQ: Brandverhalten Holz

Kann Holz feuerhemmend sein?

Besonders massive Holzbauteile haben das Potenzial, feuerhemmend zu sein. Je nach Bauteil wurde in Brandversuchen sogar bei umfassenden Holzbauten eine Feuerwiderstandsklasse ermittelt, die Brandschutzanforderungen für Hochhäuser erfüllt - also denkbar hoch. Wir bei pur natur bieten die Holzdielen in verschiedenen Stärken an, worunter auch Massivholz fällt. Unser schwer brennbares Holz könnte daher auch eine feuerhemmende Wirkung entwickeln, wobei wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Dielenböden nicht zu diesem Zweck verlegt werden sollten.

Wie kann man Holz vor Feuer schützen?

Eine Möglichkeit bietet die Einkleidung mit nicht brennbaren Baustoffen. Leider geht hierbei die Optik des Holzes verloren, da es eingekleidet wird. Der beste Schutz für Ihren Dielenboden von pur natur besteht deswegen darin, dass Sie ein Massivholz von uns kaufen. Da unsere 3-schichtigen Bodendielen ebenfalls stark genug sind, profitieren Sie bei jeder Bodendiele aus unserem Sortiment von einem von Natur aus großartigen Brandschutz.

Wie heiß ist die Glut von Holz?

Sollte es zur Flammenbildung wie beim Lagerfeuer kommen, dann erreicht die Glut im Nachhinein Temperaturen von knapp 800 °C. Da es bei einem Dielenboden unter normalen Umständen abwegig ist, dass es zu einer Flammenbildung kommt, wird Holz im Zuge des Brandverhaltens eine Glut von geringerer Temperatur erreichen. Diese kann maximal einige Hundert Grad Celsius betragen.